World Cleanup 2012 Initiatoren: „Die größte Hürde ist mangelnde Aufmerksamkeit!“

Vertreter aus mehr als 40 Ländern sind in der vergangenen Woche zur „Let’s Do it! World Cleanup 2012“-Konferenz in Tallinn zusammen gekommen. Hauptziel war es, sich auf die gemeinsamen Müllsammelaktionen in 82 Ländern in diesem Jahr vorzubereiten.

Neben dem Austausch über Erfahrungen, die bereits bei vorherigen Müllsammel-Aktionen gemacht worden sind, teilten und entwickelten die Aktivisten in verschiedenen Workshops praktische Lösungen, die Müllmengen zu verringern und Kommunen  nachhaltiger zu organisieren.

So stellten Aktivisten aus dem Libanon von der Organisation „Greenocratic“ ihr Müllsammelschiff vor, mit dem sie Plastik-Abfall aus dem Meer holen wollen. Mehrere Gruppen betonten die Wichtigkeit, Schulprogramme zu entwickeln, um Kinder schon in frühen Jahren an grünes Denken und einen naturfreundlichen Lebensstil heranzuführen. Die Workshops zeigten einmal mehr die Notwendigkeit, das Steuersystem so zu verändern, dass eine umweltfreundliche Produktion und ökologisch durchdachte Produkte gefördert werden.

Nach Meinung der Konferenz-Teilnehmer ist das Hauptproblem die mangelnde Bereitschaft der Menschen, sich das Problem einzugestehen: „Die Größte Herausforderung in Nepal ist es,  den Blick der Menschen auf das Müll-Problem zu richten. Die meisten Nepalesen haben keine Ahnung, wie man Abfall recyceln oder das jährliche Abfallaufkommen verringern kann“, meinte Prabin Paudel, Teilnehmer aus Nepal. Für ihn sei, so Paudel,  die Konferenz hilfreich gewesen, weil sie ihm neue Kontakte verschafft habe, Ideen für das Sponsoring und einige praktische Anregungen aus anderen Ländern.

Joan Marc Simon von der Bewegung „Zero Waste“ („Kein Müll“), betonte in einer Präsentation, dass 80% des Abfalls auf der Welt wieder verwendet oder aber recycelt werden könnten und auch für den Rest Lösungen zu finden seien. Es fehle, so Simon, nicht an der notwendigen Technologie, aber an der Achtsamkeit der Menschen, ausreichender  Information und angepasster Gesetzgebung und politischer Steuerung.

Bislang hat die Aktion „Let’s Do It! World Cleanup 2012” Engagierte aus 82 Ländern zusammengeführt. Ziel ist es, weltweit Müllsammelaktionen zivilgesellschaftlicher Gruppen anzuregen, Kommunen, einzelne  Personen  und Organisationen durch Aktionen zu verbinden und weltweit für nachhaltige Lebensstile und Gestaltungsmöglichkeiten zu werben.

Ergebnisse der viertägigen Konferenz, die am Sonntag endet, stehen in einer Filmfassung über die Webseite www.letsdoitworld.org und über die Facebook-Seite von „Let’s do it! World Cleanup 2012“ zur Verfügung.

Finanziell unterstützt wurde die Konferenz von Enterprise Estonia, Open Estonia Foundation, die Rezidor Hotel Group, Carlson, Skype, Estonian Air, Rimi Baltic, Kalev, Elion, Tahe Kayaks und Hagar.

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